“Is there an elefant in the room?” ist ein englisches Sprichwort. Es beschreibt einen Zustand, bei dem offensichtlich ein sehr zentrales und großes Thema im Raum steht (Elefant), aber keiner spricht es an oder diskutiert darüber. Ich konnte den Elefanten oft in Retrospektiven beobachten. Die Teammitglieder diskutieren emsig über die unterschiedlichsten Punkte, aber man spürt deutlich, dass etwas nicht stimmt. Der Diskussion fehlt es an Leben und Engagement. Kaum ist die Besprechung zu Ende finden die “echten” Diskussionen im Anschluss an die Retrospektive statt. Sei es in der Kaffeeküche oder wieder am Arbeitsplatz.
Die Ursache dafür sind vielfältig. Persönliche Konflikte zwischen Teammitgliedern, fehlendes Vertrauen, Ohnmachtgefühl, die Teammitglieder wissen nicht, wie sie ein schwieriges Thema ansprechen sollen…
Was kann man dagegen tun? Ein mögliches Vorgehen könnte so aussehen:
Die Frage “sagt mal, kann es sein, dass wir hier gerade einen Elefanten im Raum haben?” kann bereits ausreichen, dass die Dämme brechen. Wichtig dem Team zum Antworten Zeit geben. “Ich habe das Gefühl, dass wir in der Retrospektive über allgemeine Themen diskutieren und kaum ist die Retrospektive zuende beginnen leidenschaftliche Diskussionen in der Kaffeeküche. Wem von Euch geht das auch so? Oder was interpretiere ich da falsch?“. Wieder dem Team Zeit zum antworten gehen.
Wenn Du den Verdacht hast, dass das Thema etwas mit Dir zu tun hat, könnte folgende Aussage weiterhelfen: “Vielleicht hat es etwas mit mir zu tun? Vorschlag – ich lasse Euch für 30 Minuten alleine – vielleicht hilft das Euch, das einen Weg zu finden, das Thema anzusprechen…”
Du kannst dem Team Einzelgespräche anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht dass Gefühl entsteht, dass einzelne Teammitglieder bevorzugt behandelt werden. Der Scrum Master muss eine neutrale Position zu den Teammitgliedern behalten.


